Pfingstgebet 2026
Dem Wind trauen - im Sturm glauben
Pfingsten ist kein einmaliges Ereignis, an das wir uns nur erinnern, sondern ein Geschehen, auf das wir uns vorbereiten dürfen. Die Apostel haben nicht einfach gewartet, bis der Heilige Geist kommt. Sie haben sich versammelt, gebetet, einander ausgehalten, gehofft, gesucht, vertraut. Sie haben sich innerlich auf einen Weg eingelassen – und genau darin konnte der Geist Gottes wirken.
Die Pfingstnovene 2026 lädt ein, diesen Weg bewusst zu gehen. Ausgangspunkt ist das Jahresmotto der Schönstatt-Bewegung: Dem Wind trauen – im Sturm glauben. Es nimmt die Erfahrung unserer Zeit ernst: Vieles ist in Bewegung, manches gerät ins Wanken, Sicherheiten lösen sich auf. Gleichzeitig spüren wir: Ohne Wind kommt nichts voran. Ohne Bewegung bleibt alles stehen. Der Geist Gottes ist kein ruhiger Besitz, sondern eine Kraft, die aufbrechen lässt, verändert und neu ausrichtet.
Die neun Tage dieser Novene sind als Weg mit neun Verben gestaltet. Jedes Verb beschreibt eine innere Haltung und zugleich eine konkrete Bewegung: hoffen, vertrauen, suchen, loslassen, wachsen, losgehen, wirken, lieben, glauben. Es sind keine abstrakten Begriffe, sondern alltägliche Vollzüge. Neunmal Tun – nicht als Leistung, sondern als Übung der Offenheit. Unser Beitrag besteht darin, uns innerlich in diese Bewegungen hineinnehmen zu lassen. Gottes Beitrag ist es, darin zu wirken: durch das Wirken des Geistes, den wir erbitten und den er uns schenkt.
So wird diese Novene zu einer Schule der Aufmerksamkeit: für das eigene Leben, für die Zeichen der Zeit und für das leise Wirken des Heiligen Geistes. Jeder Tag lädt ein, innezuhalten, wahrzunehmen, zu deuten – und einen kleinen, konkreten Schritt zu gehen. Nicht, weil wir schon wissen, wohin alles führt, sondern weil wir dem Wind Gottes zutrauen, dass er trägt.
Maria begleitet diesen Weg. Sie ist die Frau des Hörens, des Vertrauens und des Gehens, die Frau mitten im Sturm. Mit ihr lernen wir, dass Glauben kein fertiger Zustand ist, sondern ein Weg, der im Alltag Gestalt annimmt. Wer sich auf diese neun Tage einlässt, darf erfahren: Pfingsten beginnt nicht erst am Festtag. Pfingsten wächst dort, wo Menschen sich Schritt für Schritt vom Geist Gottes bewegen lassen.
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P. Felix Geyer
Schönstatt-Bewegung Deutschland
Neun Tage im Gebet
Die Themen der neun Tage
- Erster Tag • Freitag: hoffen
- Zweiter Tag • Samstag: vertrauen
- Dritter Tag • Sonntag: suchen
- Vierter Tag • Montag: loslassen
- Fünfter Tag • Dienstag: wachsen
- Sechster Tag • Mittwoch: losgehen
- Siebter Tag • Donnerstag: wirken
- Achter Tag • Freitag: lieben
- Neunter Tag • Samstag: glauben